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2011

Tätigkeitsbericht 2011

In 2011 war das ganze Augenmerk der Stiftung darauf gerichtet, die Rahmenbedingungen im Krankenhaus St.Maximilien Kolbe (CMMK ) in Sabou  zu verbessern.

Weitere Punkte im Forschungsantrag „Erforschung der Möglichkeiten netzunabhängiger Energieversorgung in der Subsaharazone". Wie bereits im letzten Stiftungsbericht dargelegt, wurde über die „AIF, Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschung" beim Bundesforschungsministerium gestellt. Nach einer ersten Ablehnung des Antrages im Januar 2011 mit dem Hinweis, der innovative Charakter  sei für Afrika nicht ausreichend, wurde der ganze Antrag nochmals bis Ende Februar 2011 überarbeitet und erneut eingereicht. Wir mussten in der Folge erkennen, dass sich die AIF in erster Linie auf deutsche Projekte konzentriert, wenig auf afrikanische Verhältnisse  eingehen kann, der Antrag wurde daraufhin definitiv abgelehnt, der Betreuer dieses Antrages, Herr Dr. Stermseck, hat das Projekt inzwischen bei weiteren Fördergebern, die auch Afrika im Fokus habe,  vorgestellt und eingereicht. Ergebnisse sind erst in 2012 zu erwarten. Aussichtsreichste Förderadresse ist ENOB.

  1. Eine netzunabhängige Energieversorgung ist andererseits eine wichtige Voraussetzung für die dringend benötigte Erweiterung des CMMK um eine Geburtsstation mit OP. Die Stiftung hat deshalb bald darauf mit dem Projektträger „Bengo“ einen Antrag zur Förderung des Baus einer Geburtsstation mit OP  gestellt. Da die Stiftung MdM ja noch eine junge Stiftung ist, musste eine betreuende Organisation  eingeschaltet werden, der Antrag wurde zunächst mit der Hilfsaktion Noma  e.V. aus Regensburg  gestellt, da diese Organisation aber zur Zeit Probleme mit der Presse hat, hat MdM schließlich den Betreuer gewechselt und den Bengo-antrag mit den „ German Doctors – Ärzte für die Dritte Welt“ mit Sitz in Frankfurt/Main neu eingereicht. Dieser Förderantrag wurde im Oktober 2011 genehmigt.
  2. In diesen Förderantrag wurde als vorbereitende Maßnahme  mit der Bitte um vorzeitigen Baubeginn auch ein Stromaggregat als Ersatz  für die im Forschungsantrag  vorgesehene Energieversorgung  aufgenommen. Mit Bescheid  von Anfang September 2011  (s.Anlage ) wurde diese Anschaffung genehmigt, das Aggregat wurde bestellt , im Oktober wurde es im CMMK eingebaut.
  3. Da das Stiftungswerk auch die Förderung des Verständnisses für die westafrikanische Kultur  in der deutschen Bevölkerung  beinhaltet, wurde  , wie bereits im Bericht 2010 angedeutet, eine  Reise vom 3.bis zum 13.März 2011 für  interessierte Bürger aus dem Raum Abensberg nach Burkina Faso organisiert. Der Reiseplan ist diesem Bericht beigefügt, Ziel dieser Reise war weniger die touristische Erkundung  des Landes Burkina Faso, sondern vor  allen Dingen das Kennenlernen  des Landes, der Bevölkerung und ihrer Kultur , aber auch  Projektbesuche verschiedenster Art. Die Reise kann als großer Erfolg verbucht werden, fast alle Reiseteil-nehmer engagieren sich für die Stiftung und das CMMK, wir fügen den Bericht einer 17 jährigen dänischen Schülerin bei.
  4. Stiftungsvorstand Hanns-Peter Kirchmann hat dann im Anschluss an diese Reise  die Firma EPOS Health Management GmbH  nach Burkina eingeladen, um gemeinsam  vor Ort den Förderantrag für Bengo zu erarbeiten. Ziel der von EPOS durchgeführten Evaluierung war es , herauszufinden, welcher Bedarf bei Größe und technischer Beschaffenheit der  Entbindungs-station besteht, das Gutachten  liegt diesem Bericht bei.
  5. Im Juni 2011 ist Stiftungsvorstand Kirchmann dann zur jährlichen Geberkonferenz  nach Burkina gereist, Ziel dieser Konferenz ist es jeweils, die vorhandenen Mittel der einzelnen Gruppen, (Franziskaner aus Polen, Franziskaner aus Italien und MdM) vernünftig zu verteilen .Für MdM war das der Anlass, zunächst den Franziskanern das Projekt der Entbindungs-station  vorzustellen und die finanziellen Rahmenbedingungen ab zu stecken. Die Förderung des BMZ beläuft sich nämlich auf maximal 75 % der Bausumme , die restlichen 25 % müssen vom Projektträger im Land ( Franziskaner)und dem Partner in der BRD (MdM) erbracht werden. Es wurde der Beschluss gefasst, die  Entbindungsstation zu bauen, die Franziskaner haben ihre Mittelzusage ebenso wie MdM gegeben, sodass der Antrag offiziell Ende Juli 2011 abgeschickt wurde.
  6. Bei den jeweiligen Besuchen wurden, wie immer, in Burkina nicht erhältliche Medikamente, nach Sabou gebracht, Spenden von Abensbergern für neue Kittel für die Mitarbeiter des CMMK übergeben, Heilnahrung für die Kinder gekauft ,ein behinderter Junge wurde mit einem  Rollstuhl versorgt, für das Labor wurde ein Elektrophoresegerät angeschafft.
  7. Anfang September erhielt die Stiftung die Mitteilung, des Projektträgers „Bengo“, dass der Antrag  befürwortend dem BMZ übergeben worden sei, unter der Betreuung der „Hilfsaktion Noma  e.V.“. Aufgrund sehr enger Termine für die Mittelfreigabe  werde wohl schon 100.000 Euro in 2011 ausgegeben werden, wurde unmittelbar darauf eine Sitzung in Burkina mit den bisherigen Betreuern des Projektes angesetzt. Diese Sitzung musste kurzfristig abgesagt werden, das mit der Planung beschäftigte Büro kplan AG hat seine Unterstützung aus finanziellen Gründen ausgesetzt, zum anderen gab es Probleme mit der „Hilfsaktion Noma e.V. „-hier musste ein neuer Betreuer  gefunden werden. Beide Ereignisse waren für die Stiftung sehr ärgerlich, gebuchte Flüge konnten nur mit Unkosten storniert werden, ein neuer technischer Betreuer (Architektur und Planung) für das Projekt gefunden werden. Erfreulicherweise hat sich hier wiederum die EPOS GmbH bereit erklärt, die Planung zum Selbstkostenpreis  zu übernehmen. Für die Förderung hat sich die Organisation „ German Doctors-Ärzte für die Dritte Welt“ angeboten, die Betreuung des Projektes gegenüber dem BMZ zu schultern.
  8. Mitte Oktober 2011 wurden wir dann mit einem genehmigten Förderantrag  belohnt. Unmittelbar darauf wurde eine Projektsitzung in Burkina angesetzt, um mit dem Planer vor Ort und dem Büro EPOS  das Planungskonzept für die Entbindungsstation mit OP zu besprechen. Begleitet wurde Vorstand Hanns-Peter Kirchmann von Herrn Rudolf Renner , dessen Aufgabe es war, die vorbereitenden Arbeiten für den Bau  auf technischer Seite durchzuführen, d.h. das Stromaggregat zu installieren , die Kühlkammer in der Apotheke zu reparieren, die nur wenige Monate  nach der Installation  ausfiel und nicht von einem Techniker in Gang gebracht werden konnte. Die Diagnose von Herrn Renner  war, dass das ganze elektrische System des CMMK auf sehr wackeligen Beinen steht, Herr Renner hat innerhalb der 5 Tage des Besuches dieses System analysiert , mit Notlösungen zum Laufen gebracht, das Aggregat installiert und ein Konzept erstellt, das im Laufe des Jahres 2012 umgesetzt werden muss, um die Versorgung des CMMK zu gewährleisten. Im Wesentlichen brauchen wir eine besser dimensionierte Ringleitung, die bisherige Leitung kann nur 10 KW aufnehmen, der Bedarf wird aber mit Entbindungsstation und OP wesentlich höher sein.
  9. Begleitet wurde Stiftungsvorstand Hanns-Peter Kirchmann allerdings auch von Herrn Hans-Peter Hummel, einem Spezialisten in Krankenhausverwaltung, der auf Kosten der Stiftung das CMMK besucht hat, um die im Rahmen der Erweiterung nötigen Organisations-änderungen  begleiten zu können. Dabei haben sich auch schon Mängel bei der derzeitigen Organisationsstruktur herauskristallisiert, es fehlen klare Kompetenzregelungen zwischen der Verwaltung und den Franziskanern aus den jeweiligen Provinzen  und der medizinischen Leiterin, Dr.Marie Groleau.
  10. Die Monate November und Dezember  mit einer weiteren Projektreise im Dezember 2011 mit dem Ingenieur Axel Schneider, der für die Konzeption der technischen Planung seine Hilfe zugesagt hat, waren im Wesentlichen der Aufgabe gewidmet, den Planungsentwurf so zu definieren, dass  mit Beginn 2012 die Ausführungsplanungen zu erstellen, Ende Februar soll  dann eine erste Ausschreibung erfolgen. Die Planung selbst wird ständig von EPOS koordiniert und überwacht.

Nach wie vor arbeitet die Stiftung ohne Ausnahme mit ehrenamtlichen Kräften, die auch keine Ehrenamtsunterstützung bekommen, es ist ein Ziel der Stiftung,die Verwaltungskosten niedrig zu halten, durch die Bewilligung des BMZ sind einige Mittel zur Verfügung gestellt, um Verwaltungsaufgaben wie Rechnungsprüfung, Abrechnung, Bilanzierung etc. für das BMz bezahlen zu können. Mitarbeiter der Stiftung sind im Moment Hanns-Peter Kirchmann, für den finanziellen Teil Dr. Klaus Brandhuber, für den Verwaltungsteil Felicitas Kirchmann und als Kontaktperson Frau Anna Jakob, die von Familie Kirchmann persönlich bezahlt wird.